Film Noir


Die Ära des Film Noir beginnt in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts und bleibt ein starkes filmisches Mittel bis in die frühen 60er Jahre. Film Noir meint im wörtlichen Sinne "schwarzer Film" in französisch und beinhaltet Themen, die mehr negativ als positiv sind, mit einer insgesamt dunklen und schattigen Ansicht - in schwarz/weiß gefilmt. Dieses Filmgenre wird in detective and crime noir, als auch in vielen Gangsterfilmen der 30er Jahre verwendet.


Stilelemente des Film Noir

»   Narrative Stil-Elemente:

Erzählstrukturen:

       subjektiver point of view
       Rückblendentechniken
       subjektive Kamera
       verschobenes Ursache/Wirkung-Muster

Figuren:

       männliche Figuren: investigator, victim oder psychopath
       weibliche Figuren: femme fatale und nurturing woman
       Familie: dysfunktional; der Stellenwert der Familie
        als patriarchalisches Modell verliert an Bedeutung

Themen:

       existentielle Thematiken
       psychologisch motiviertes Verhalten
       Pessimismus, Desillusionierung
       Nähe zu Verbrechen und Gewalt
       sexuelles Verlangen, sexuelle Abhängigkeit


»   Visuelle Stil-Elemente:

Lichtgebung:

       low key lighting
       Chiaroskuro-Effekt
       night-for-night-Aufnahmen
       Tagesszenen als Nacht inszeniert

Kameraführung:

       extreme Unter- und Aufsichten
       verzerrte Blickwinkel
       Schärfentiefe
       Groß- und Nahaufnahmen
       "gerahmter" Bildaufbau
       seltene Kamerafahrten
       sprunghafte Montage

Settings:

       die Stadt als zentrales Motiv
       später auch Antithesen zur Stadt
       kahle Interieurs, Büros, Hotelzimmer, Nachtclubs, Wohnungen
         mit labyrinthartiger Architektur
       dunkles, entfremdetes Terrain